25.02.2016 | Fernbusbahnhof Brackwede

Verwaltung will alternative Standorte für Fernbusbahnhof prüfen

Die Verwaltung schlägt dem Stadtentwicklungsausschuss vor, zwei Alternativstandorte für den Fernbusbahnhof in der Nähe des Hauptbahnhofs zu prüfen. Der Ausschuss soll am 1. März einen Prüfauftrag beschließen.

„Für uns kommt dieser Vorschlag überraschend“, erklärt Dr. Godehard Franzen, Vorsitzender von „Bielefeld pro Nahverkehr“: „Nach unserer Erinnerung war es die Verwaltung, die vor gut acht Jahren darauf gedrängt hat, am Brackweder Bahnhof einen Internationalen Busbahnhof einzurichten. Trotz kritischer Einwände z.B. wegen fehlender Infrastruktur und nicht barrierefreier Anbindung an die Stadtbahn und die Eisenbahn wurde entsprechend beschlossen. Verwaltung und Politik haben über all die Jahre diesen Standort verteidigt, obwohl es immer wieder Kritik und auch Alternativvorschläge gab. Noch im letzten Jahr hat die Verwaltung einem privaten Investor die Baugenehmigung für einen Kiosk an der Eisenbahnstraße erteilt, der ausdrücklich auf die Fahrgäste der Fernbusse abzielt. Der Kiosk wurde vor einigen Wochen eröffnet.  Maßgeblich für die Entscheidung, den Internationalen Busbahnhof nach Brackwede zu legen, war nach unserer Erinnerung, dass es im Umfeld des Hauptbahnhofs keinen ausreichenden Platz gebe. Nun sollen zwei Standorte an der Joseph-Massolle-Straße und an der Nahariya-Straße geprüft werden. Das muss eigentlich jeden überraschen. Gleichwohl sind wir offen für neue Erkenntnisse.“

„Bielefeld pro Nahverkehr“ sieht den Fernbus-Boom unter dem Gesichtspunkt nachhaltiger Mobilität kritisch. Wenn aber die politischen Rahmenbedingungen diese Entwicklung zulassen, dann ist es nach Auffassung des Vereins unabdingbar, dass die Stadt einen Fernbusbahnhof an einem guten Standort und mit einer guten Infrastruktur anbietet. Deshalb hat der Verein die miserable Infrastruktur am Brackweder Fernbusbahnhof wiederholt kritisiert. Die Verwaltung hat auf diese Kritik immer nur mit Zurückweisung reagiert. Franzen: „Selbstverständlich kann man den Standort Brackwede in Frage stellen. Er ist aus den bekannten Gründen suboptimal. Wir fragen uns nur, warum Alternativen nicht spätestens nach der Liberalisierung des Fernbusmarktes zum 1.1.2013 geprüft wurden.“ Wenn der Stadtentwicklungsausschuss am 1. März den Prüfauftrag beschließt, sollte die Prüfung der Alternativstandorte zeitnah erfolgen. Franzen: „Wir sind der Meinung, dass noch vor der Sommerpause eine abschließende Entscheidung über den Standort des Fernbusbahnhofs getroffen werden sollte. Und dann muss auch zügig ein Konzept für die Infrastruktur und den Betrieb des Fernbusbahnhofs entwickelt und umgesetzt werden.“

Franzen weist darauf hin, dass auch bei Verlegung des Fernbusbahnhofs an einen anderen Standort die Verwaltung umgehend damit beginnen müsse, das unmittelbare Umfeld des Brackweder Bahnhofs zu überplanen. Franzen: „Es darf nicht sein, dass ab 2018 der Brackweder Bahnhof modernisiert wird und das Umfeld so trostlos bleibt wie bisher.“

« alle Meldungen zum Thema »Fernbusbahnhof Brackwede«

« alle Meldungen


Fahrplan-Schnellauskunft

 .  .
 :  Uhr