28.07.2016 | Sozialticket

Sozialticket über 40 Euro

Das „Bündnis für ein Sozialticket“, in dem „Bielefeld pro Nahverkehr“ mitarbeitet, kritisiert die erneute Erhöhung der Preise des Sozialtickets zum 1. August. Die neuen Preise hat die Stadtverwaltung festgelegt. Weder die zuständigen Fachausschüsse noch die Öffentlichkeit wurden nicht informiert. Das Ganztagesticket kostet künftig 41,60 €. Das kann man nach Meinung des Bündnis‘ nicht mehr sozial nennen.

Bündnis für ein Sozialticket in Bielefeld,
Presseerklärung vom 27.07.2016


Sehr geehrte Damen und Herren der örtlichen Presse,

„Sozialticket“ auf über 40 € erhöht.

Das Bündnis für ein Sozialticket in Bielefeld hat nach Anfrage an die Stadtverwaltung erfahren, dass sich der Preis für das monatliches Sozialticket zum 1. August auf mehr als 40 € erhöhen wird. Damit hat das sogenannte „Sozialticket“ eine finanzielle Schallmauer durchbrochen, die nicht hinnehmbar ist!

Dem Kundenkreis des Sozialtickets steht im Rahmen ihrer Grundsicherung (zumeist ALG II) für den öffentlichen Nahverkehr mit 20,44 € weniger als die Hälfte des monatlichen Ticketpreises zur Verfügung.

  • Das „Sozialticket“ als Ganztagesticket wird von 39,80 € auf 41,60 €, also um 4,5% erhöht.
  • Der Preis für das 9-Uhr Ticket wird von 29,80 € auf 30,45 €, also um 2,2% gesteigert.

Die Preise für vergleichbare reguläre Monatstickets steigen um 3,7% bzw. 1,6%.

Diese neuen Preise wurden von der Verwaltung festgesetzt!
Dazu Brigitte Stelze, Sprecherin des Bündnis für ein Sozialticket: „Ich hätte erwartet, dass die Mitglieder der zuständigen kommunalen Ausschüsse an den neuen Kalkulationen und diesen Entscheidungen beteiligt werden, zumindest dass sie und die Öffentlichkeit darüber informiert werden.“ Dies ist nicht geschehen und die Mitglieder des Bündnisses empfinden dieses Vorgehen als skandalös.

Bielefeld stellt sich immer gern als soziale Stadt da. Eine soziale Stadt muss dem Anspruch gerecht werden, dass für alle ihre Bürger*innen die Befriedigung von Grundbedürfnissen, wie die Teilhabe am öffentlichen Nahverkehr, sichergestellt ist. Diese Preiserhöhung ist ein weiter Schritt weg von diesem Ziel! Den Namen „Sozialticket“ hat diese Rabattierung, die keine Inklusion aller sicherstellt, schon lange nicht mehr verdient! Andere vergleichbare Städte wie Münster nehmen einen solchen Anspruch noch ernst, während Bielefeld schon seit Jahren das teuerste „Sozialticket“ in NRW hat.

Das Bündnis für ein Sozialticket hat in den vergangenen Jahren differenzierte Vorschläge vorgelegt, wie ein finanzierbares echtes Sozialticket in unserer Stadt verwirklicht werden kann. Leider sind diese Vorschläge von Politik und Verwaltung nie ernsthaft verfolgt worden. Wir arbeiten gerne weiter an der Zukunft eines öffentlichen Nahverkehrs mit. Dazu gehört eine Ticketstruktur, die der sozialen Verantwortung unserer Stadt auch gerecht wird.

Brigitte Stelze
Bündnis für ein Sozialticket in Bielefeld

Presseerklärung des „Bündnis für ein Sozialticket“ vom 27.07.2016 zum PDF-Download

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