12.09.2017 | allgemeines

Luftreinhalteplan: Neue Mobilitätsstrategie gefordert

Die Mitgliederversammlung von „Bielefeld pro Nahverkehr“ hat am 6. September 2017 einstimmig die nachfolgende Resolution verabschiedet:

Resolution

Umweltfreundliche Verkehrsmittel fördern – Autoverkehr reduzieren

In Bielefeld wird am Jahnplatz seit Jahren der Grenzwert für NO2 um mindestens 20% überschritten. Die Bezirksregierung Detmold ist deshalb in der Verpflichtung, zeitnah einen Luftreinhalteplan mit dem Ziel aufzustellen, die Grenzwerte möglichst schon in 2018 einzuhalten. Bisher sind die Eckpunkte eines neuen Luftreinhalteplans nicht erkennbar. Die Stadt Bielefeld plant frühestens ab April 2018 einen Verkehrsversuch, mit dem die Zahl der Fahrspuren auf dem Jahnplatz auf zwei reduziert und der Niederwall abgebunden werden sollen. Ob damit allein eine Einhaltung der Grenzwerte erreicht werden kann, ist zweifelhaft.

Die Diskussion um die Luftreinhaltung in den Innenstädten konzentriert sich überall vor allem auf die Frage, ob und wie man den Schadstoffausstoß von Dieselfahrzeugen reduzieren kann, durch neue Software, durch Nachrüstung von Abgasreinigungsanlagen, durch den Ersatz schadstoffintensiver Fahrzeuge durch neue abgasarme Fahrzeuge oder gar Elektroautos, durch sog. City-Trees. Als ultima ratio werden Fahrverbote diskutiert.

Diese Diskussionen sind wichtig, erfassen aber den eigentlichen Kern des Problems nicht: Wir haben in unseren Innenstädten zu viel Autoverkehr. Ohne eine deutliche Reduktion des innerstädtischen Autoverkehrs wird es keine nachhaltige Verbesserung der Luftqualität in unseren Innenstädten geben. Deshalb muss ein neuer Luftreinhalteplan eine neue Mobilitätsstrategie beinhalten, die einen erheblichen Anteil des Autoverkehrs auf umweltfreundliche Verkehrsmittel verlagert, auf Busse und Bahnen, aufs Fahrrad und Zu-Fuß-Gehen.

Erforderlich ist ein umfassendes Maßnahmenbündel zur Förderung des ÖPNV und des Fahrradverkehrs und zur Attraktivierung des Zu-Fuß-Gehens. Zugleich müssen aber auch Anreize für die Nutzung des Autos abgebaut werden. Solch ein Maßnahmenbündel wirkt nicht von heute auf morgen. Bei konsequenter Umsetzung werden sich aber mittelfristig nachhaltige Verbesserungen einstellen. Wichtig ist, dass die Umsetzung solcher Maßnahmen von einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit begleitet wird, die den Sinn der Maßnahmen und die Vorzüge autoarmer Innenstädte verdeutlicht. Weniger Autoverkehr in der Innenstadt bedeutet nicht nur eine bessere Luftqualität, sondern reduziert zugleich den Lärm, den Flächenverbrauch und die Emission von CO2. Die Innenstädte werden durch weniger Autoverkehr attraktiver und lebenswerter.

„Bielefeld pro Nahverkehr" fordert Verwaltung und Politik der Stadt Bielefeld und die Bezirksregierung auf, die Neuaufstellung des Luftreinhalteplans zu nutzen, um in Bielefeld eine neue Mobilitätsstrategie umzusetzen, die zu einer deutlichen Reduktion des innerstädtischen Autoverkehrs führt.


Die Luftreinhalteplan-Resolution zum PDF-Download

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