22.02.2016 | Veranstaltung

Elektrobussen gehört die Zukunft

Auf Einladung von „Bielefeld pro Nahverkehr“ und Volkshochschule referierte Jens Schmitz am Donnerstag, den 18.2., im gut gefüllten Murnau-Saal zum Thema „Elektrobusse“. Schmitz ist Fachbereichsleiter beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen und Experte für Elektromobilität.

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Schmitz berichtete, dass derzeit in 21 deutschen Städten Elektrobusse erprobt werden: „Circa 100 Elektrobusse sind im Praxistest. Dabei kommen unterschiedliche technische Konzep-te zum Einsatz: Hybrid-Fahrzeuge mit Dieselaggregat oder Brennstoffzelle sowie rein elektrische Fahrzeuge mit Batterien, für die unterschiedliche Ladetechniken erprobt werden." Schmitz beschrieb die dynamische technische Entwicklung der letzten Jahre. Diverse Kinderkrankheiten bei den Fahrzeugen seien behoben. Die Fahrzeuge seien jetzt an der Schwelle zur Serienreife.

Als Hinderungsgrund für den breiten Einsatz von Elektrobussen nannte Schmitz die hohen Kosten für die Fahrzeuge und die Infrastruktur für das Laden der Batterien. Ein Gelenkbus mit Dieselantrieb kostet derzeit circa 350.000 €, ein vollelektrischer Gelenkbus mit Batterien dagegen circa 700.000 €. Ein Hybrid-Bus mit Brennstoffzelle kostet sogar mehr als 1 Mio €. Schmitz zeigt sich aber optimistisch, dass die Preise durch technische Weiterentwicklungen und vor allem durch höhere Stückzahlen deutlich sinken werden.

Hamburg und Bonn haben sich vorgenommen, die gesamte Dieselbusflotte bis 2025 bzw. 2030 auf Elektrobusse umzustellen. Allerdings stehen die entsprechenden Beschlüsse noch unter einem Finanzierungsvorbehalt.

Schmitz ging auch auf die öffentliche Förderung von Elektrobussen ein. Für Pilotprojekte gebe es durchaus gute Förderprogramme, insbesondere durch die EU: „Wenn wir über die Phase der Pilotprojekte hinauskommen wollen, brauchen wir ein Förderprogramm, das die Verkehrsunternehmen dabei unterstützt, Schritt für Schritt Dieselbusse durch Elektrobusse zu ersetzen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen fordert deshalb eine 40 %-ige Fahrzeugförderung und eine 80 %-ige Förderung der Ladeinfrastruktur."

In der anschließenden lebhaften Diskussion wurden viele technische Fragen angesprochen. Es wurde zudem die Forderung vorgetragen, statt der geplanten Verkaufsprämie von 5.000 € für E-Autos besser in Elektrobusse zu investieren. Schmitz: „Ob die Verkaufsprämien wirklich etwas bewirken, ist fraglich. Investitionen in Elektrobusse haben dagegen sehr positive, planbare Effekte. Deshalb sollte man die öffentlichen Mittel besser hier einsetzen. Elektrobussen gehört die Zukunft."

Aus dem Publikum wurde die Erwartung formuliert, dass auch moBiel möglichst in die Umstellung auf Elektrobusse umsteigen solle. moBiel solle bei der nächsten Fahrzeugbeschaffung die Option auf Elektrobusse ernsthaft prüfen. Martin Uekmann, Geschäftsführer der moBiel GmbH, signalisierte die Bereitschaft, zeitnah in elektromobile Busse zu investieren, warnte aber zugleich vor Schnellschüssen. Es müsse ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept gefunden werden, das eine längerfristige Perspektive habe. Eine zeitnahe Umsetzung sei nur mit breiter Unterstützung durch die Politik machbar.

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