28.09.2016 | Hochbahnsteig Hauptstraße | Ausbau StadtBahn-Linie 1

Busse statt Hochflurbahn: CDU-Vertreter Eggert gräbt alte Kamellen aus

Karl-Uwe Eggert, CDU-Mitglied in der Bezirksvertretung Brackwede, hat in einem Brief an das Westfalen-Blatt den alten Vorschlag wieder aufgewärmt, die Linie 1 am Brackweder Bahnhof enden lassen und dann die Fahrgäste mit Bussen weiter zu transportieren. „Bielefeld pro Nahverkehr“ hält den Vorschlag für völlig untauglich.

Stellungnahme zu dem Artikel „Busse statt Hochflurbahn“ Westfalen-Blatt vom 21.09.2016

Busse statt Hochflurbahn wären die schlechteste Lösung

CDU-Bezirksvertreter Eggert kramt in der Mottenkiste und möchte die Linie 1 in Brackwede-Bahnhof enden und dann die Fahrgäste weiter mit Bussen durch die Hauptstraße transportieren lassen. Komfortabel ist etwas anderes. Die von ihm vorgetragene Variante ist aus guten und sachlichen Gründen von den politischen Gremien längst beerdigt worden. Herr Eggert schwingt sich in seiner Begründung zum Unterstützer von Behinderten auf und behauptet, seine Lösung sei gut für Rollstuhlfahrer. Für die sei nämlich das Einsteigen an einem Hochbahnsteig in der Hauptstraße mühsam, „nicht behindertengerecht“ nennt er das. Stattdessen mutet er dem Rollstuhlfahrer zu, an einer Bushaltestelle in der Normannenstraße in einen Bus einzusteigen, am Brackweder Bahnhof wieder auszusteigen, zum Hochbahnsteig zu rollen und dort – wohlgemerkt an einem Hochbahnsteig – einzusteigen. In der Hauptstraße ist ein Hochbahnsteig nicht behindertengerecht, am Brackweder Bahnhof aber wohl?! Das passt nun wirklich nicht zusammen. Dass Herr Eggert meint, er wisse besser als der Behindertenbeirat, welche Lösung für Rollstuhlfahrer gut sei, kann man nur als anmaßend bezeichnen. Rollstuhlfahrer halten durchweg den Einstieg über einen Hochbahnsteig in die Stadtbahn für deutlich komfortabler als den Einstieg in einen Bus, auch wenn die Bushaltestelle aufgepflastert ist.
Das liegt daran, dass systembedingt der Spalt zwischen Fahrzeug und Haltekante beim Bus in der Regel deutlich größer ist als bei der Stadtbahn.

Um seine Argumentation zu stützen, meint Herr Eggert, den Verein „Bielefeld pro Nahverkehr“ als Lobbyisten von moBiel diffamieren zu müssen. Der Verein vertrete nicht die Interessen der Fahrgäste. Er leitet seinen Vorwurf daraus ab, dass im geschäftsführenden Vorstand Mitglieder der SPD seien. Zu einem derart schlichten Schubladendenken greift man nur, wenn einem die inhaltlichen Argumente ausgegangen sind. Merkwürdig nur, dass uns sonst die CDU wiederholt einseitige Parteinahme für die Fahrgäste vorgeworfen hat. Wir plädieren dafür, sachbezogen zu streiten. Wir interessieren uns auch nicht dafür, wer in der WIG, dem Einzelhandelsverband oder der IHK welches Parteibuch hat.

Wir hoffen, dass der Vorschlag von Herrn Eggert schnell wieder in der Versenkung verschwindet.

Dr. Godehard Franzen
Vorsitzender

Martin Kaufmann
Stellvertretender Vorsitzender


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