22.03.2011 | Sozialticket

„Bielefeld pro Nahverkehr“ für Sozialticket

„Bielefeld pro Nahverkehr e. V.“ ist dem Bündnis „Ein Sozialticket für Bielefeld“ beigetreten. Das Bündnis fordert die Einführung eines Sozialtickets für Menschen, deren Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt, also insbesondere Empfänger von Hartz IV. Der Preis für das Ticket soll 15 € pro Monat nicht überschreiten. „Es darf nicht sein, dass in einem so reichen Land wie Deutschland viele Menschen nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, weil sie die dazu notwendige Mobilität nicht bezahlen können.“, begründet Dr. Godehard Franzen, Vorsitzender von „Bielefeld pro Nahverkehr“, die Notwendigkeit, zügig ein Sozialticket einzuführen. Franzen hofft dabei auf die Unterstützung durch das Land NRW.

Ein Sozialticket für Bielefeld!
Mobilität ist ein Grundrecht

Obwohl wir in einem der reichsten Länder der Welt leben, wächst auch in unserer Stadt seit Jahren die Zahl der von Armut betroffenen Menschen. Tausende Menschen sind auf Sozialleistungen angewiesen. Hinzu kommen Tausende Weitere von Armut Betroffene, die z. B. eine niedrige Rente empfangen, einen Lohn bekommen, der kaum zum Leben reicht oder die auf Unterstützung als Asylsuchende angewiesen sind. Eine menschenwürdige Teilhabe an unserer Gesellschaft wird ihnen verweigert, obwohl dies zumindest in Teilbereichen oft mit relativ geringem Aufwand möglich wäre. Ein Beispiel hierfür ist der Ausschluss von den Möglichkeiten der Mobilität, die unsere Gesellschaft bereit hält. Mobilität wird zum Luxus.

Für den öffentlichen Nahverkehr sind im Regelsatz für Menschen, die „Hartz IV“ beziehen, weniger als 15 Euro vorgesehen. Ein 4er-Ticket der Preisstufe 1 (zwei Hin- und Rückfahrten) kostet 7,00 Euro. Die preiswerteste Monatskarte kostet bereits 36,50 € („9 Uhr-Abo“ Preisstufe 1).

Mobilität wird für Arme damit zum Luxus. Mobilität ist aber eine entscheidende Bedingung, um am sozialen und kulturellen Leben teilzuhaben. Die Möglichkeit, Busse und Bahnen zu nutzen, ist Voraussetzung, um soziale Kontakte aufrecht zu erhalten. Selbst Suppenküchen oder Kleiderkammern sind häufig nur über lange Anfahrtswege erreichbar. Mobilität ist wichtig beim Finden eines Arbeitsplatzes oder um preisgünstig einzukaufen.

Als der Sozialstaat noch als Errungenschaft galt und nicht als Belastung diffamiert wurde, war es selbstverständlich, dass niemand von der Mobilität ausgeschlossen wurde. Wir sehen die Einführung eines Sozialtickets als einen Schritt zu mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft an. In anderen Städten, wie z.B. Dortmund, Köln und Freiburg gibt es bereits eins.

Wir fordern kurzfristig ein Sozialticket für alle, deren Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt.

Der Preis darf nicht höher sein als der Anteil für Mobilität im Hartz IV-Regelsatz.


Bündnis für ein Sozialticket
im Bielefelder Sozialbüro e.V.
Oelmühlenstr. 57-59
33602 Bielefeld
sozialticket-bielefeld@gmx.de

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