20.06.2017 | allgemeines

Autoverkehr in der Innenstadt reduzieren

„Bielefeld pro Nahverkehr“ hat sich in einer Presseerklärung mit den Plänen zum Umbau des Jahnplatzes mit Reduzierung der Fahrspuren und Abbindung des Nie-derwalls Stellung genommen. Kernpunkt: Es gibt zu viel Autoverkehr in der Innen-stadt. Nur eine deutliche Reduktion zugunsten der umweltfreundlichen Verkehrsmittel kann die Probleme lösen.

Stellungnahme zu den Berichten über den geplanten Umbau des Jahnplatzes vom 14.06.2017

„Autoverkehr in der Innenstadt reduzieren."

„Bielefeld pro Nahverkehr" sieht drei Ziele, über die es eigentlich einen breiten Konsens geben müsste. Erstens muss der Schadstoffausstoß im Bereich des Jahnplatzes so reduziert werden, dass die gesetzlichen Grenzwerte für Stickoxide eingehalten werden. Zweitens will eigentlich niemand, dass der Verkehr in andere Bereiche der Innenstadt verdrängt wird. Und drittens soll die Innenstadt attraktiv und erreichbar bleiben, ja eigentlich wollen alle, dass sie attraktiver wird.

„Mit gesundem Menschenverstand gibt es nur einen Weg, diese drei Ziele gemeinsam zu erreichen", erklärt Dr. Godehard Franzen, Vorsitzender von Pro Nahverkehr:
„Der Autoverkehr muss in der Innenstadt zugunsten der umweltfreundlichen Verkehrsmittel deutlich reduziert werden. Dafür braucht man ein Gesamtkonzept." Franzen verweist darauf, dass der Anteil des Autos an den täglichen Wegen der Bielefelder mit ca. 55 % deutlich höher sei als in den meisten anderen Großstädten. „Nur 45 % nutzen Bus und Bahn, das Fahrrad oder gehen zu Fuß.", erläutert Franzen: „In Freiburg liegt dieser Anteil bei 72 %, in Zürich sogar bei 80 %. Durch ein durchdachtes Maßnahmenbündel lässt sich also der Anteil der umweltfreundlichen Verkehrsmittel deutlich erhöhen, ohne dass damit die Erreichbarkeit der Innenstadt verschlechtert würde." Pro Nahverkehr begrüßt es, dass offensichtlich Verwaltung und Politik erkannt haben, dass in der Förderung des Radverkehrs erhebliche Chancen stecken.

Aber auch bei Bus und Bahn gibt es viele Möglichkeiten der Attraktivitätssteigerung. Franzen nennt ein einfaches Beispiel: „Ein Ehepaar aus Werther will zum Shopping nach Bielefeld. Mit dem Bus müssen die Beiden für die Hin- und Rückfahrt 16,20 € berappen (Viererticket im Vorverkauf). Das ist mindestens so teuer wie die Vollkosten bei einer Fahrt mit einem Auto der Kompaktklasse inklusive 2 Stunden Parkgebühren. So kann man niemanden locken, das Auto stehen zu lassen und mit der Bahn zu fahren." Die Tarife für Fahrten ins Umland müssen deutlich attraktiver werden, fordert Pro Nahverkehr. Aber auch in der Stadt sieht Franzen ganz einfache Mittel, Bus und Bahn attraktiver zu machen. Franzen: „Wiederum ein ganz einfaches Beispiel. moBiel sollte die Gültigkeit des Einzeltickets verlängern, zum Beispiel auf 120 statt 90 Minuten." Pro Nahverkehr sieht aber auch die Notwendigkeit, alte Zöpfe, die den Autoverkehr begünstigen, zu überprüfen. Franzen: „Beispielsweise passt eine halbe Stunde kostenfreies Parken in der Rathausgarage nicht mehr in unsere Zeit. Das ist ja geradezu eine Aufforderung, das Auto zu nutzen. Das gilt auch für das kostenfreien Parken für zwei Stunden samstags zwischen 11 und 16 Uhr." Pro Nahverkehr appelliert an alle Akteure in Verwaltung und Politik, ein Gesamtkonzept für die Förderung der umweltfreundlichen Verkehrsmittel zu entwickeln.

Dr. Godehard Franzen, Vorsitzender

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