22.04.2013 | Stadtbahn 2030

6.116 Unterschriften für Stadtbahnausbau

„Bielefeld pro Nahverkehr“ konnte am 12. April Oberbürgermeister Pit Clausen insgesamt 6.116 Unterschriften unter den Appell „Die Chance nutzen!“ übergeben. In einer Pressemitteilung zieht der Verein eine positive Bilanz.

Bielefeld, den 11. April 2013

Pressemitteilung

6.116 Unterschriften für Stadtbahnausbau

Am 16. Februar hat der Verein „Bielefeld pro Nahverkehr“ den Appell „Die Chance nutzen!“ in den Bielefelder Tageszeitungen veröffentlicht. 30 Bielefelder Persönlichkeiten unterstützten den Appell als Erstunterzeichner/innen. Mit dem Appell wird mehr Nachdruck und Tempo bei der Planung einer Stadtbahnlinie von Heepen über Jahn- und Adenauerplatz nach Sennestadt gefordert.

„Bielefeld pro Nahverkehr“ hat insgesamt 6.116 Unterschriften unter den Appell gesammelt, darunter 1.562 Online-Unterschriften. Dr. Godehard Franzen, Vorsitzender des Vereins, ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Es ist sehr viel schwieriger, für ein Projekt Unterschriften zu sammeln, als gegen ein Projekt. Protest ist meist lauter. Dass wir trotzdem in so kurzer Zeit so viele Unterschriften sammeln konnten, zeigt vor allem, wie beliebt die Stadtbahn in Bielefeld ist. Sehr viele Menschen wünschen sich den Ausbau.“

Martin Kaufmann, stellvertretender Vorsitzender, verweist darauf, dass mehr als 2.000 Unterschriften an zehn Informationsständen gesammelt wurden: „Allein für diese vielen Bürgerkontakte hat sich die Aktion schon gelohnt. Wir konnten viele Fragen beantworten, Sachverhalte aufklären und Kritik aufnehmen. Die Menschen haben ein lebhaftes Interesse an Informationen, und sie wollen mitreden.“

In den Gesprächen, so Franzen, sei es meist um wenige zentrale Fragen gegangen. „Kann sich die Stadt den Ausbau überhaupt leisten?“, sei die mit Abstand am häufigsten gestellte Frage gewesen. Franzen: „Die Bürgerinnen und Bürger wollen wissen, wie ein Finanzierungskonzept aussehen könnte. Wie hoch wären die Fördermittel? Welchen Anteil müsste die Stadt selbst tragen? Die Menschen wollen auch Klarheit darüber, zu welchen anderen Projekten der Stadtbahnausbau eventuell in Konkurrenz steht.“ Es sei auch immer wieder die Frage angesprochen worden, ob es sinnvoll sei, eine gute Bedienung mit Bussen durch eine Stadtbahnlinie zu ersetzen. Kaufmann sieht hier erheblichen Aufklärungsbedarf: „Die Systemvorteile der Stadtbahn müssen deutlicher gemacht werden: Fahrplansicherheit, Fahrkomfort, barrierefreier Ein- und Ausstieg, Umweltverträglichkeit. Die Menschen wollen wissen, wie das künftige Bussystem aussehen soll. Hier zeigt sich, dass eine intensive Bürgerbeteiligung erforderlich ist. Die Menschen haben die Sorge, dass sie künftig weitere Wege zurückzulegen haben oder die Bedienung schlechter wird. Das müssen alle beteiligten Planer sehr ernst nehmen.“ Auch die Systemfrage habe eine große Rolle gespielt. Franzen: „Die Vor- und Nachteile einer neu einzuführenden Niederflurbahn für die Linie von Heepen bis Sennestadt wurden immer wieder angesprochen. Die Menschen sehen die gestalterischen Vorteile. Aber sie fragen auch, wie zwei unterschiedliche Systeme nebeneinander einsetzt werden sollen. Können Hochflurbahnen an Niederflurhaltestellen halten? Das ist z. B. eine häufig gestellte Frage.“

Eine notwendige Umgestaltung des Jahnplatzes sei häufig angesprochen worden, so Franzen: „Wie das gehen soll und wo der Autoverkehr dann bleiben soll, beschäftigt die Menschen. Auffällig fand ich, dass die oberirdische Führung einer Stadtbahn über den Oberntorwall bis zum Adenauerplatz nicht problematisiert wurde. Das können sich die Menschen offenbar gut vorstellen.“

An den Infoständen wurden auch weitere Stadtbahnerweiterungen angesprochen. „Auffällig war,“ so Christoph Birnstein, Vorstandsmitglied von „Bielefeld pro Nahverkehr“, „dass wir häufig auf eine Stadtbahnverlängerung nach Theesen und Jöllenbeck angesprochen wurden. Viele verstehen nicht, warum dieses Projekt auf Eis gelegt wurde. Sie argumentieren, dass die Stadtbahn dem Stadtbezirk Jöllenbeck einen dringend benötigten Impuls geben könnte.“

„Bielefeld pro Nahverkehr“ zieht aus der Unterschriften-Kampagne folgendes Fazit: „Es gibt bei den Bielefeldern/innen viel Zustimmung zum Ausbau der Stadtbahn. Es gibt aber auch viele Fragen und das Bedürfnis, an den weiteren Planungsprozessen frühzeitig intensiv beteiligt zu werden.“

gez. Dr. Godehard Franzen

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