28.02.2017 | Hochbahnsteig Hauptstraße

3073 Unterschriften für Hochbahnsteig „Östlich Germanenstraße“

Die Bürgerinitiative „Hochbahnsteig – hier & jetzt“, in der „Bielefeld pro Nahverkehr“ maßgeblich mitwirkt, hat am 24. Februar 3073 Unterschriften für den Bau des Hochbahnsteigs am Standort „Östlich Germanenstraße“ an die Bezirksbürgermeisterin Regina Kopp-Herr übergeben. Sie setzt damit ein deutliches Zeichen gegen das Bürgerbegehren, das einen Hochbahnsteig zwischen der Berliner Straße und der Post verhindern will.

Presseinformation: Übergabe der Unterschriften am 24.02. an die Bezirksbürgermeisterin Regina Kopp-Herr

Die Bügerinitiative „Hochbahnsteig – hier und jetzt" hat sich am 16.11.2016 gegründet und ab Ende November Unterschriften unter einen Aufruf gesammelt, mit dem der Bau eines Hochbahnsteigs am Standort „Östlich Germanenstraße" unterstützt wird. Der Aufruf hatte 33 Erstunterzeichner aus einem breiten gesellschaftlichen Spektrum. Ferner gab es 729 Online-Unterschriften, und es wurden zudem 2.311 „analoge" Unterschriften gesammelt, überwiegend bei Infoständen und Sammelaktionen im Bereich der jetzigen Haltestelle „Normannenstraße". Insgesamt liegen also 3.073 Unterschriften vor.

Die Unterschriften-Kampagne war eine Reaktion auf das Bürgerbegehren, das einen Hochbahnsteig zwischen der Berliner Straße und der Post verhindern will. Wir waren empört darüber, dass das Bürgerbegehren sich gegen eine demokratisch legitimierte Planung wandte, ohne selbst einen Vorschlag zu unterbreiten, wie Barrierefreiheit im Brackweder Zentrum hergestellt werden solle. So müssen sich Menschen mit Behinderungen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, ausgegrenzt fühlen.

Wir wollten mit der Kampagne zweierlei leisten:

  • Wir wollten zeigen, dass es viele Menschen, insbesondere auch in Brackwede gibt, die für den Bau eines Hochbahnsteigs im Brackweder Zentrum eintreten und den in einem demokratischen Entscheidungsprozess gefundenen Standort „Östlich Germanenstraße" für einen gut vertretbaren Kompromiss halten, der die unterschiedlichen Interessen angemessen berücksichtigt.
  • Wir wollten mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen, um sachlich über die vorliegenden Planungen für die Haltestelle „Östlich Germanenstraße" zu informieren.

Das Sammeln der Unterschriften fand unter schwierigen Bedingungen statt, weil uns die Möglichkeit, Unterschriftenlisten in Geschäften oder Praxen in der Hauptstraße auszulegen, nicht zur Verfügung stand, sondern wir darauf angewiesen waren, bei Kälte unter freiem Himmel um Unterschriften zu werben. Dass trotzdem so viele Unterschriften zusammen gekommen sind, werten wir als Zeichen, dass noch eine weit höhere Zahl von Brackwederinnen und Brackwedern für eine zügige Realisierung von Barrierefreiheit am Standort „Östlich Germanenstraße" eintritt.

Im Gegensatz zum Bürgerbegehren haben wir mit einer klaren Aussage und mit klaren Sachinformationen auf der Grundlage der am 1.12. in der Bezirksvertretung vorgestellten Planung um Unterschriften geworben.

Bei unseren Kontakten mit Bürgerinnen und Bürgern wurden wir überwiegend freundlich behandelt. Aggressive, explizit behindertenfeindliche Reaktionen waren eher die Ausnahme. Viele Bürgerinnen und Bürger hatten großes Interesse an Sachinformationen zur vorliegenden Planung und zeigten wenig Verständnis für den grundsätzlichen Widerstand gegen Hochbahnsteige. Eine ganz typische Aussage war: „Klar, hat ein Hochbahnsteig eine gewisse Trennwirkung, aber die Herstellung von Barrierefreiheit muss Vorrang haben." Auffällig war, dass junge Familien mit kleinen Kindern sich ausnahmslos für den Bau des geplanten Hochbahnsteigs aussprachen.

Viele Bürgerinnen und Bürger haben uns auf das Bürgerbegehren angesprochen. Manche hatten es bereits unterzeichnet. Wir haben diesen Bürgerinnen und Bürgern die Entscheidungsfrage des Bürgerbegehrens vorgelesen und die Gründe erläutert, warum Niederflur keine realistische Option ist. Die Allermeisten fühlten sich durch die mündlichen Erläuterungen zum Bürgerbegehren in den Geschäften und Praxen in die Irre geführt und waren empört.

Es ist bekanntermaßen viel leichter, Protest gegen eine Planung zu artikulieren, als um Zustimmung für eine Planung zu werben, die eben auch Belastungen oder Nachteile mit sich bringt. Unser Gemeinwesen kann nur funktionieren, wenn wir gemeinsam bereit sind, solche Belastungen oder Nachteile zu akzeptieren. Barrierefreiheit herzustellen, ist ohne solche Belastungen an vielen Stellen nicht möglich. Aber Barrierefreiheit ist nach den Rechtsnormen für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen eindeutig das vorrangige Gut. Unsere Unterschriften-Kampagne hat gezeigt, dass viele Bürgerinnen und Bürger das genauso sehen. Das macht uns Mut, weiter für den zügigen Bau des Hochbahnsteigs „Östlich Germanenstraße" einzutreten.

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die die Kampagne unterstützt haben.

Wolfgang Baum, Vorsitzender des Beirats für Behindertenfragen
Karola Rengis, Vorsitzende der Polio-Selbsthilfe e. V.
Dr. Godehard Franzen, Vorsitzender von „Bielefeld pro Nahverkehr"
Martin Kaufmann, Stellvertretender Vorsitzender von „Bielefeld pro Nahverkehr"


Presseinformation Unterschriftenübergabe

« alle Meldungen zum Thema »Hochbahnsteig Hauptstraße«

« alle Meldungen


Fahrplan-Schnellauskunft

 .  .
 :  Uhr